Neue Pflegeausbildung nimmt weitere Hürde

Der Bundestag hat endgültig den Weg für die Reform der Pflegeausbildung
freigemacht. Nachdem im letzten Jahr mit dem Pflegeberufereformgesetz die berufsrechtlichen Grundlagen für die neue Ausbildung gelegt wurden, regelt die
jetzt verabschiedete Ausbildungs- und Prüfungsverordnung die Umsetzung
durch die Schulträger und Ausbildungsbetriebe.

„Endlich steht der längst überfälligen Weiterentwicklung der Pflegeberufe
nichts mehr im Wege“, freut sich der SPD-Bundestagabgeordnete Markus Töns.
„Die Rechtsverordnung beinhaltet detaillierte Vorgaben für Ausbildungsziele und Stundenaufteilung der künftig zusammengelegten Ausbildung in der Kinderkranken-, Kranken- und Altenpflege und schafft die Voraussetzung, damit die neue
Pflegeausbildung pünktlich zum 01. 01. 2020 starten kann.“

Der neue, kompetenzorientierte Ansatz der Ausbildung erfolge nach aktuellen pflegewissenschaftlichen und pflegepädagogischen Standards und bedeute
eine wichtige Weiterentwicklung des Pflegeberufs, betont der SPD-Politiker.
Die Vorgaben der Rechtsverordnung ermöglichen eine fundierte, an allen Versorgungsbereichen ausgerichtete und in den Schwerpunkten Krankenpflege, Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege vertiefte Ausbildung.
Markus Töns: „Der Pflegeberuf wird insgesamt deutlich aufgewertet,
attraktiver und besser auf künftige Herausforderungen ausgerichtet.“

Mit der Ausbildungsreform sollen nicht nur mehr Pflegefachkräfte gewonnen,
sondern auch die ungerechten Gehaltsunterschiede zwischen der Alten- und Krankenpflege ausgeglichen werden. Außerdem werde endlich bundesweit
das Schulgeld abgeschafft.

Bis zum Start der neuen Ausbildung im Jahr 2020 müssen die Länder die Vorgaben der Verordnung noch in ihr Schul- und Hochschulrecht übernehmen. Markus Töns ruft die Ausbildungsträger und Pflegeschulen in Gelsenkirchen dazu auf, sich bereits jetzt auf die neue Ausbildung einzustellen. Für den Abschluss der notwendigen Kooperationsverträge vor Ort und organisatorische Änderungen seien im Gesetz Unterstützungsangebote vorgesehen. „Zur Überwindung des Fachkräftemangels müssen Politik und alle Akteure in der Pflege an einem Strang ziehen“, betont der SPD-Politiker. Das gilt nicht nur für die beschlossene Reform Pflegeausbildung, sondern auch für die nächsten Schritte, die im Rahmen der in Kürze beginnenden konzertierten Aktion Pflege vereinbart werden sollen.