Töns: Grütering ist Kronzeuge für Notwendigkeit des Mindestlohns

Zu den Äußerungen des Geschäftsführers der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe, Michael Grütering, im WAZ-Interview vom 16. August 2017 erklärt der Gelsenkirchener SPD-Bundestagskandidat Markus Töns:

Mit seinen Äußerungen zum Mindestlohn ist Herr Grütering selbst der beste Kronzeuge für die Notwendigkeit des Mindestlohns. Er möchte Arbeitnehmern für Tätigkeiten wie Pförtner oder Bote einen Lohn von sechs Euro zahlen, der dann dauerhaft durch staatliche Leistungen bis zum Mindestlohnniveau aufgestockt werden soll. Was würde er wohl anbieten, wenn es keinen Mindestlohn gäbe? Vier Euro, drei Euro oder vielleicht nur 2,50 Euro? Selbst der Mindestlohn ist ja nur eine untere Haltelinie, mit der gerade einmal das Existenzminimum gesichert werden kann.

Womit sollen die Menschen, die Herr Grütering maximal auf diesem Niveau entlohnen will, denn die Produkte bezahlen, die die Unternehmen, die er vertritt, produzieren?

Völlig missverstanden hat er wohl die Zielsetzung des Sozialen Arbeitsmarktes.

Beim Ansatz des Gelsenkirchener Appells geht es um die Menschen, die längere Zeit benötigen, um wieder an die Anforderungen des Ersten Arbeitsmarktes herangeführt zu werden. Also um genau die Gruppe von Langzeitarbeitslosen, die bisher nach Auskunft der örtlichen Arbeitsmarktexperten und Weiterbildungsträger selbst mit dem Angebot eines staatlichen Lohnkostenzuschusses auf dem Ersten Arbeitsmarkt nicht vermittelt werden konnte. Diese Menschen brauchen jetzt ein für sie passendes Angebot. Das ist die Aufgabe des Sozialen Arbeitsmarktes und zwar nicht jahrzehntelang, sondern nur so lange es in Städten wie Gelsenkirchen viele Menschen mit diesen Vermittlungshemmnissen gibt.