Töns zum 2. Dieselgipfel

Fahrverbote verhindern – Autoindustrie und Landesregierung in der Pflicht!

Zum 2. Kommunalen Dieselgipfel erklärt der Gelsenkirchener SPD Bundestagsabgeordnete Markus Töns:

„Die gestern vereinbarten Maßnahmen des Dieselgipfels sind ein wichtiger Schritt,
aber bei weitem nicht ausreichend. Wir benötigen ein Milliarden-Investitionsprogramm
in nachhaltige Mobilität. Das schließt kurzfristige Maßnahmen wie bessere Angebote im ÖPNV, die Elektrifizierung von Busflotten, mehr E-Auto-Ladestellen und den Bau von Radwegen ein. Es beinhaltet aber auch nennenswerte Investitionen in Forschung und Entwicklung von klimaneutralen Kraftstoffen auf industriellem Level. Deutschland kann hier doppelt profitieren: von sauberer Luft und nachhaltiger Wertschöpfung.

Nach EU-Recht liegt der zulässige Grenzwert für die Stickoxidbelastung bei
40 Mikrogramm/m3. In Gelsenkirchen wurde 2016 ein Jahresmittelwert von
48 Mikrogramm/m3 gemessen. Mittlerweile ist klar, dass die von den Herstellern angekündigten Softwarenachrüstungen nicht ausreichen, um die Stickoxidbelastung merklich zu senken. Deshalb hegen die Kommunen zurecht Zweifel daran, ob drohende Fahrverbote tatsächlich noch abgewendet werden können.
Es rächt sich, dass die Automobilindustrie nicht früher, klar und
verursacherorientiert zur Verantwortung gezogen wurde.

Das gestern vereinbarte Sofortprogramm, das mit einer Milliarde Euro unterlegt werden soll, muss jetzt konsequent und unbürokratisch umgesetzt werden. Dazu muss die Automobilindustrie endlich ihren schon im September zugesagten Anteil von 250 Millionen Euro beitragen – bislang ist noch kein einziger Euro geflossen! Darüber hinaus müssen die Länder die kommunalen Eigenanteile übernehmen. Hier ist NRW-Ministerpräsident Laschet gefragt, vor allem die finanzschwachen Kommunen nicht im Stich zu lassen.
Sein zwischenzeitlicher Plan zur Abschaffung des Sozialtickets verheißt nichts Gutes.
Wir brauchen eine Stärkung des ÖPNV, der für alle Bevölkerungsgruppen bezahlbar sein muss.“